Martin Burtscher vor dem Gemeindeamt Dalaas; redaktionelle Bildmontage.
Martin Burtscher (Mehrheitswahl), Bürgermeister von Dalaas.

Der finanzielle Spielraum ist enger geworden

Der Rechnungsabschluss 2025 zeigt einen negativen operativen Zahlungsfluss von rund 187.000 Euro. Im Jahr davor war dieser noch deutlich positiv. Auch der Voranschlag 2026 sieht im laufenden Betrieb ein Minus vor.

KennzahlErgebnis 2025Voranschlag 2026
Laufender Zahlungsfluss−187.163 Euro−63.700 Euro
Investitionsauszahlungen1,60 Mio. Euro1,53 Mio. Euro
Darlehensaufnahmen1,55 Mio. Euro1,46 Mio. Euro

Rechnungsabschluss und Voranschlag sind unterschiedliche Größen: Die Werte für 2025 sind tatsächliche Ergebnisse, jene für 2026 Planwerte. Beide zeigen aber, dass aus dem laufenden Betrieb kein Überschuss zur Finanzierung weiterer Investitionen entsteht. Die Kreditaufnahmen sind dabei nicht mit einem laufenden Betriebsdefizit gleichzusetzen; sie stehen im gesamten Finanzierungshaushalt. Daraus folgt keine Zahlungsunfähigkeit, wohl aber die Notwendigkeit, zusätzliche Verpflichtungen und laufende Kosten sorgfältig abzuwägen.

Beim Spielezimmer wird die Abwägung konkret

In der im Oktober veröffentlichten Niederschrift der zehnten Gemeindevertretungssitzung erläutert Bürgermeister Martin Burtscher (aus Mehrheitswahl) die Überlegung, das Spielezimmer von Wald nach Dalaas zu verlegen. In Wald müssten Räume angemietet werden; in Dalaas seien gemeindeeigene Räume beim ehemaligen Postkindergarten verfügbar.

Astrid Berthold und Tobias Schöpf (beide Gemeindevertretung aus Mehrheitswahl) bringen dagegen eine Unterbringung im Kinderhaus Wald ins Gespräch. Burtscher verweist auf die weitere Nutzung des dortigen Turnsaals und den finanziellen Vorteil gemeindeeigener Räume. Der zuständige Ausschuss soll die Möglichkeiten beraten und eine Empfehlung ausarbeiten. Eine endgültige Standortentscheidung dokumentiert diese Passage noch nicht.

Darin liegt eine nachvollziehbare politische Frage. Ein gemeinsames Angebot kann wirtschaftlicher organisiert werden. Für Familien zählt zugleich, wo es erreichbar ist. Die Diskussion belegt unterschiedliche Vorstellungen über den Standort; einen grundlegenden Streit zwischen Dalaas und Wald belegt sie nicht.

Entwicklung ist bereits sichtbar

Dalaas steht nicht nur vor offenen Vorhaben. Im Oktober 2025 wurden am Oberen Göttschlig zwölf Mietwohnungen übergeben. Das ist ein konkretes Ergebnis für das örtliche Wohnungsangebot. Aus dieser einzelnen Anlage lässt sich allerdings weder ein insgesamt gedeckter Wohnbedarf noch eine allgemeine Entspannung der Wohnkosten ableiten.

Beim Gemeindezentrum geht es um mehr als Verwaltungsräume. Das veröffentlichte Architekturkonzept verbindet Gemeindehaus, Nahversorgung, gewerbliche Flächen und Dorfplatz. Über Baufortschritte beim Gemeindezentrum und beim Probelokal der Harmoniemusik wurde im März 2026 berichtet. Konzept, Baufortschritt und tatsächlich verfügbare Nutzung müssen dabei auseinandergehalten werden.

Auch in Wald bestehen mit Kindergarten und Kleinkindbetreuung örtliche Angebote. Die Frage ihrer räumlichen Organisation betrifft deshalb eine vorhandene Infrastruktur und deren Nutzung. Sie lässt sich nicht auf einen Gegensatz zwischen Sparen und Versorgung verkürzen.

Burtscher verfügt über breiten persönlichen Rückhalt

Dalaas wählte 2025 ohne Parteilisten im Mehrheitswahlsystem. Anschließend bestätigte die Gemeindevertretung Burtscher mit 16 von 18 Stimmen als Bürgermeister. Alexandra Kapeller (aus Mehrheitswahl) wurde mit elf Stimmen Vizebürgermeisterin. Diese Ergebnisse belegen Unterstützung bei der jeweiligen Personenwahl; sie begründen keine dauerhafte Parteimehrheit oder geschlossene Gefolgschaft bei allen Sachentscheidungen.

Burtscher ist außerdem Obmann der REGIO Klostertal-Arlberg. Die regionale Zusammenarbeit umfasst unter anderem Wirtschaftsvernetzung sowie Kinder- und Jugendangebote. Sie eröffnet Möglichkeiten, Aufgaben gemeinsam zu organisieren. Ob daraus für Dalaas finanzielle Vorteile entstehen, muss jedoch am jeweiligen Angebot geprüft werden. Die Funktion allein beweist keine Einsparung.

Die Bahnarbeiten gehören in diese Bilanz – mit angemessenem Gewicht

Bei den ÖBB-Schutzarbeiten nutzt die Gemeinde Material aus ihrem Geschiebebecken für den Dammbau mit und stimmt den Baustellenverkehr ab. Das ist ein konkretes Kooperationsbeispiel. Die angekündigten Begleiterscheinungen der Arbeiten begründen für sich genommen keine zentrale politische Belastungsprobe für Dalaas.

Amtsfortführung und Nachfolge

Burtscher ist seit 2018 Bürgermeister und wurde 2025 für die neue Periode bestätigt. Aus dem fünfjährigen Wahlzyklus ergibt sich regulär 2030 als nächstes kommunales Wahljahr. Eine öffentlich angekündigte Übergabe oder bestätigte Nachfolge ist in den geprüften Quellen nicht belegt. Kapellers Stellvertreterfunktion allein ist keine Nachfolgedesignierung.

Politischer Befund

Burtscher hat eine starke persönliche Ausgangsposition und kann auf konkrete Entwicklungsschritte verweisen. Zugleich verlangt der negative laufende Zahlungsfluss eine nachvollziehbare Prioritätensetzung. Gelingt es, vorhandene Räume besser zu nutzen und Angebote verlässlich zu erhalten, stärkt das seine Amtsführung. Entstehen dagegen dauerhafte Finanzierungslücken oder schwer erklärbare Nachteile für einzelne Standorte, werden konkrete Entscheidungen angreifbar. Eine daraus bereits entstandene Wechselstimmung ist nicht belegt.

Dalaas’ politische Aufgabe liegt darin, Entwicklung dauerhaft finanzierbar zu machen. Burtschers breiter Rückhalt schafft dafür gute Voraussetzungen. Tragen wird er dann, wenn die Gemeinde offen erklärt, welche Angebote sie erhält, wo sie Zusammenarbeit und gemeinsame Räume nutzt und welchen Nutzen die Menschen in Dalaas und Wald davon haben.

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