Die ÖVP verteidigt eine bereits geschwächte Position

Der Personalwechsel beginnt nicht auf dem Höhepunkt der ÖVP-Stärke. Schon 2021 verlor die Volkspartei ihre absolute Gemeinderatsmehrheit und drei Mandate. Die FPÖ gewann einen Sitz, die Grünen verdoppelten ihre Vertretung. Die SPÖ verlor ein Mandat.

ParteiGemeinderat 2015Gemeinderat 2021
ÖVP49,80 % · 19 Sitze40,96 % · 16 Sitze
FPÖ21,17 % · 8 Sitze24,05 % · 9 Sitze
SPÖ18,87 % · 7 Sitze17,52 % · 6 Sitze
Grüne10,15 % · 3 Sitze17,47 % · 6 Sitze

Die ÖVP bleibt deutlich stärkste Fraktion. Im 37-köpfigen Gemeinderat braucht sie für eine Mehrheit von 19 Sitzen aber Unterstützung anderer Kräfte.

Für 2027 stehen damit zwei Entscheidungen nebeneinander: die Stellung der ÖVP im Gemeinderat und die persönliche Zustimmung zu ihrem Bürgermeisterbewerber. Gmeiner kann das Rathaus gewinnen, obwohl seine Partei weiter verliert. Umgekehrt könnte die ÖVP stärkste Fraktion bleiben und trotzdem das Bürgermeisteramt abgeben.

Der bisherige Parteivorsprung verschafft Gmeiner eine Ausgangsbasis. Er ersetzt keine persönliche Mehrheit.

Köstinger bringt bereits bewiesene Anschlussfähigkeit mit

Die freiheitliche Herausforderung ist in Perg örtlich belegt. Andreas Köstinger (FPÖ) war schon 2021 nahe am Bürgermeisteramt.

BewerberErster Wahlgang 2021Stichwahl 2021
Anton Froschauer (ÖVP)41,46 %53,43 % · 2.003 Stimmen
Andreas Köstinger (FPÖ)26,72 %46,57 % · 1.746 Stimmen
Franz Baumann (Grüne)16,48 %ausgeschieden
Viktoria Frühwirth (SPÖ)15,34 %ausgeschieden

Froschauers Vorsprung betrug in der Stichwahl 257 Stimmen. Köstingers Ergebnis lag deutlich über dem Gemeinderatsanteil seiner Partei. Das spricht für Unterstützung außerhalb des engeren FPÖ-Stamms; ihre genaue Herkunft lässt sich aus dem Wahlergebnis allein nicht bestimmen.

Damit besitzt Köstinger einen persönlichen Leistungsnachweis bei einer Bürgermeisterwahl, den Gmeiner erst erbringen muss. Sollte Köstinger wieder antreten, trifft der neue ÖVP-Bewerber auf einen bekannten Gegenkandidaten, der bereits gezeigt hat, dass er weit über seine Parteibasis hinaus Zustimmung gewinnen kann.

Ein erneuter FPÖ-Antritt mit Köstinger ist plausibel. Eine bestätigte Bürgermeisterkandidatur für 2027 ist in den geprüften aktuellen Veröffentlichungen noch nicht nachgewiesen.

Der FPÖ-Aufschwung verschärft den Übergang

Das überregionale Umfeld hat sich zusätzlich verändert. Bei der Landtagswahl 2021 lag die ÖVP in der Stadt Perg noch deutlich vor der FPÖ. Bei den beiden überregionalen Wahlen 2024 lagen die Freiheitlichen vorne.

Wahl in der Stadt PergÖVPFPÖ
Landtagswahl 202138,23 %18,91 %
Europawahl 202426,39 %27,61 %
Nationalratswahl 202426,23 %30,77 %

Diese Ergebnisse zeigen ein größeres freiheitliches Wählerpotenzial. Sie lassen sich allerdings nicht unmittelbar auf eine Gemeinderats- oder Bürgermeisterwahl übertragen: Beteiligung, Wahlberechtigung, Personen und örtliche Leistungen unterscheiden sich.

Auch die September-Erhebung von Demox Research im Auftrag der OÖVP beschreibt einen verschärften Landeswettbewerb. ÖVP und FPÖ liegen mit 31 bis 32 beziehungsweise 30 bis 31 Prozent innerhalb der angegebenen Schwankungsbreite praktisch gleichauf. Die Online-Erhebung fand vom 10. bis 16. September statt; von 900 Befragten nannten 768 eine Parteipräferenz. Die angegebene Schwankungsbreite beträgt 3,3 Prozentpunkte. Bundesweite Erhebungen Anfang Oktober weisen ebenfalls einen deutlichen FPÖ-Vorsprung aus.

Für die ÖVP bedeutet das: Der Nachfolger muss persönliche Zustimmung unter schwierigeren politischen Voraussetzungen aufbauen. Die FPÖ verbindet möglichen zusätzlichen Rückenwind mit einer bereits vorhandenen kommunalen Basis.

Gmeiner gewinnt Verantwortung, übernimmt aber nicht Froschauers Mehrheit

Gmeiner wurde im Juli 2025 erster Vizebürgermeister und als ÖVP-Bürgermeisterkandidat für 2027 angekündigt. Ein früherer Wechsel im Bürgermeisteramt wurde damals als Wunsch formuliert, der Unterstützung anderer Fraktionen voraussetzen würde. Das aktuelle Stadtverzeichnis führt weiterhin Froschauer als Bürgermeister.

Als Weinbauer und Präsident des oberösterreichischen Weinbauverbandes bringt Gmeiner einen eigenen beruflichen und regionalen Hintergrund mit. In der Stadtpolitik engagiert er sich seit 2021, seit 2022 gehört er dem Stadtrat an.

Anfang Oktober wurde außerdem seine Übernahme des Vorsitzes im Wasserverband Gruppenwasserversorgung Perg und Umgebung bekannt. Damit trägt er Verantwortung für eine grundlegende öffentliche Versorgungsleistung über Perg hinaus.

Diese Funktionen geben ihm Gelegenheit, eigenständig wahrgenommen zu werden. Ihre Wahlwirkung bleibt offen. Entscheidend ist, ob die Bevölkerung ihn als verantwortlichen Stadtpolitiker erlebt und ihm auch schwierige Entscheidungen zutraut.

Froschauers Unterstützung kann den Übergang erleichtern. Gmeiners eigene politische Autorität entsteht aber erst durch seine Tätigkeit und die persönliche Zustimmung dazu.

Die Personaldecke ist eine Stärke der ÖVP

Die ÖVP verfügt über eine erkennbare Aufgabenverteilung. Neben Gmeiner stehen Boris Mitterlehner (ÖVP) als dritter Vizebürgermeister sowie Fabio König (ÖVP) als Stadtpartei- und Fraktionsobmann. Wolfgang Kastl (ÖVP) ist Königs Stellvertreter. Peter Ganglberger (ÖVP) bleibt nach seinem Rückzug als erster Vizebürgermeister im Stadtrat.

Das verbindet personelle Erneuerung mit Erfahrung. Ein offener Nachfolgestreit ist in den geprüften Veröffentlichungen nicht erkennbar. Die Breite der Mannschaft ist damit ein Vorteil. Wie geschlossen und mobilisierungsfähig die vollständige Liste 2027 sein wird, lässt sich daraus noch nicht ableiten.

Auch die Mitbewerber besitzen eine zweite Reihe. Die FPÖ ist mit Andreas Gierer (FPÖ) im Stadtrat und im Vorsitz des Bau- und Infrastrukturausschusses sowie David Lindinger-Neuhuber (FPÖ) an der Fraktionsspitze vertreten.

Die SPÖ hat Michael Harrucksteiner (SPÖ) bereits für 2027 nominiert. Anneliese Angerer (SPÖ), Bianca Karr-Sajtarevic (SPÖ) und Bettina Heim (SPÖ) gehören zum vorgestellten Spitzenteam. Harrucksteiner führt außerdem den Schul- und Kindergartenausschuss sowie den Prüfungsausschuss. Die Grünen verfügen mit Baumann im Stadtrat und Johannes Oppitz (Grüne) im Vorsitz des Umweltausschusses über eigene kommunale Verantwortung.

Harrucksteiners Kandidatur begründet noch keinen gleich starken Dreikampf. SPÖ und Grüne bleiben aber eigenständige Kräfte. Ihre Wähler stehen keinem möglichen Stichwahlbewerber automatisch zur Verfügung.

Finanzen: Die Nachfolge übernimmt auch begrenzten Spielraum

Der zweite Nachtragsvoranschlag zeigt, dass Perg seinen laufenden Betrieb finanzieren kann, der mittelfristige Spielraum aber enger wird.

HaushaltsgrößePlanung 2026Planung 2027
Saldo der operativen Gebarung+2,06 Mio. €+0,72 Mio. €
Nettoergebnis vor Rücklagen−0,50 Mio. €−1,96 Mio. €
Veränderung liquider Mittel−0,39 Mio. €−1,01 Mio. €

Es handelt sich um Planwerte und unterschiedliche Haushaltsgrößen. Die Stadt hält ausdrücklich fest, dass das nachhaltige Haushaltsgleichgewicht nicht erreicht wird. Daraus folgt keine Zahlungsunfähigkeit, wohl aber ein begrenzter finanzieller Handlungsspielraum.

Der Voranschlag 2026 und auch der zweite Nachtragsvoranschlag wurden einstimmig beschlossen. Die finanzielle Verantwortung lässt sich deshalb nicht allein der ÖVP zurechnen. Als Bürgermeisterpartei bleibt sie dennoch besonders sichtbar, wenn Leistungen eingeschränkt, Gebühren verändert oder Projekte verschoben werden.

Für Gmeiner wird damit die Frage zentral, wie er notwendige Prioritäten begründet und finanzierbare Leistungen sichert. Der Übergang fällt in eine Phase, in der die Erwartung an kommunale Angebote größer sein kann als der verfügbare Spielraum.

Bildung und Betreuung: Sichtbare Leistungen, geteilte Verantwortung

Mit der Erweiterung der Volksschule in der Mozartstraße besitzt Perg ein abgeschlossenes, sichtbares Projekt. Die Arbeiten wurden Ende 2025 fertiggestellt; die berichteten Kosten lagen wie geplant bei 5,5 Millionen Euro. Die Schulleitung beschreibt mehr Platz und eine ruhigere Lernumgebung.

Das bietet eine konkrete Grundlage für eine positive Stadtbilanz. Eine alleinige persönliche Urheberschaft Gmeiners ist damit allerdings nicht belegt. Ebenso besitzt Harrucksteiner als Vorsitzender des Schul- und Kindergartenausschusses eine eigene politische Verantwortung im Bildungsbereich.

Bei der Mittelschule Perg Schulzentrum stehen neue Fenster und weitere Sanierungsarbeiten an. Im September wurden dafür rund 157.000 Euro Gemeindefinanzzuweisung vorgesehen. Damit liegt neben dem abgeschlossenen Volksschulprojekt eine weitere konkrete Bildungsaufgabe auf dem Tisch.

Für das sonderpädagogische Kompetenzzentrum wurde im September die Kooperation einstimmig beschlossen; laut Sitzungsbericht lief zu diesem Zeitpunkt der Architektenwettbewerb. Der Investitionsplan weist das Vorhaben für 2027–2028 mit 17 Millionen Euro aus. Die nächsten Aufgaben sind Planung, Finanzierung und Umsetzung. Die Standortentscheidung allein ist noch keine nutzbare Einrichtung.

Die Gruppenerweiterung im Kindergarten Haydnstraße ist im Investitionsplan für 2026–2027 vorgesehen. Gleichzeitig fordert die SPÖ vollzeitaugliche Betreuung und passende Öffnungszeiten. Zusätzliche Räume, ausreichend Personal und verlässliche Betreuungszeiten müssen gemeinsam betrachtet werden.

Für Familien zählt letztlich, ob ausreichend Plätze, verlässliche Öffnungszeiten, geeignetes Personal und gute Lernbedingungen vorhanden sind. Der politische Wettbewerb wird auch davon geprägt werden, wem Verbesserungen zugerechnet werden. Beschlossene Projekte und tatsächlich nutzbare Angebote sind dabei zu unterscheiden.

Mobilität: Schulwege, Shuttle und Parkplätze stehen konkret an

Der Gemeinderat sprach sich im September für Tempo 30 in der Dirnbergerstraße zwischen Schrobenhausener Platz und Einsatzzentrum aus. Außerdem soll der noch nicht erfasste Bereich am Güterweg Strohberg in Pergkirchen in die 30er-Zone einbezogen werden. Die weitere Prüfung und Verordnung liegt bei der Bezirkshauptmannschaft. Im Zentrum stehen sichere Schulwege und weniger Gefahren beim Ausparken.

Beim PERGshuttle wird der Vertrag mit dem Busunternehmen verlängert. Fahrzeiten, Streckenführung und mögliche Tarifänderungen wurden diskutiert. Harrucksteiner fordert die Einbindung der Randgebiete und eine bessere Bahntaktung nach Linz, auch am Wochenende. Damit geht es um die Erreichbarkeit von Schule, Arbeit, Einkauf und öffentlichen Angeboten.

Der Pachtvertrag für den Seyr-Parkplatz soll laut September-Sitzungsbericht wegen geringer Nutzung beendet werden. Die konkrete Frage lautet, welche Parkflächen tatsächlich gebraucht werden und wie Pendlerverkehr, Innenstadtbesuche und öffentliche Verkehrsmittel zusammenpassen.

Die Zukunftsaufgabe reicht über einzelne Verkehrsmaßnahmen hinaus: Shuttle, Bahn, Rad- und Fußwege müssen als zusammenhängendes Angebot betrachtet werden. Tempo 30 und ein verlängerter Busvertrag sind einzelne Schritte; sie ersetzen noch kein nachvollziehbares Mobilitätskonzept für eine wachsende Stadt.

Stadtentwicklung: Wachstum muss im Alltag funktionieren

Perg zählte Anfang 2026 insgesamt 9.519 Einwohner. 21,1 Prozent besaßen keine österreichische Staatsangehörigkeit, 22,3 Prozent waren im Ausland geboren. Diese Größen beschreiben die Bevölkerungsstruktur; sie erlauben keine unmittelbare Aussage über Wahlberechtigung oder Parteipräferenzen.

Für die Stadtführung verbinden sich damit Anforderungen an Wohnen, Betreuung, Verkehr, öffentliche Räume und Zusammenleben. Wachstum kann wirtschaftliche Stärke und zusätzliche Angebote bringen. Es kann ebenso als Druck auf Infrastruktur, Flächen und bestehende Lebensqualität erlebt werden.

Die konkreten Entscheidungen über Schulen, Betreuung, Shuttle, Verkehrsberuhigung und Parkflächen zeigen, woran sich Pergs Entwicklung heute bewähren muss. Hinzu kommt die längerfristige Frage, wie neuer Wohnraum, Grünflächen und ein lebendiges Stadtzentrum gemeinsam entwickelt werden. Diese Aufgaben bilden den inhaltlichen Rahmen für Gmeiners Führungsfähigkeit.

Fünf Zukunftsfragen für Perg

Aus den aktuellen Vorhaben lassen sich fünf längerfristige Aufgaben ableiten. Sie bezeichnen den Entwicklungsbedarf der Stadt und sind keine bereits zugesagten Programme einzelner Parteien.

ZukunftsthemaZentrale Frage für Perg
Mobilität einer wachsenden StadtWie werden Shuttle, Bahn, Rad- und Fußwege zu einem zusammenhängenden Angebot, das auch die Ortsteile erreicht?
Bildungs- und BetreuungsstandortWie verbindet Perg zusätzliche Kapazitäten, verlässliche Betreuung und das sonderpädagogische Kompetenzzentrum?
Wachstum und LebensqualitätWie lassen sich Wohnraum, Grünflächen, Infrastruktur und ein lebendiges Stadtzentrum gemeinsam entwickeln?
Finanzierbare öffentliche LeistungenWelche Angebote und Investitionen kann Perg langfristig tragen, und welche Prioritäten setzt die Stadt?
Zusammenleben und BeteiligungWie werden alteingesessene und neu zugezogene Bewohner in die Entwicklung ihrer Stadt eingebunden?

Die übergeordnete Zukunftsfrage lautet: Wie wächst Perg zur 10.000-Einwohner-Stadt, ohne dass Lebensqualität und öffentliche Leistungen unter Druck geraten? Dafür müssen räumliche Entwicklung, kommunale Angebote und Finanzierung zusammenpassen. Beteiligung bedeutet, Zielkonflikte früh sichtbar zu machen und die Entscheidungen darüber nachvollziehbar zu begründen.

Für die ÖVP erhält der Personalwechsel damit eine konkrete inhaltliche Dimension. Gmeiner wird daran gemessen werden, ob er Einzelvorhaben zu einer erkennbaren Richtung für Perg verbindet. Ebenso müssen die Mitbewerber zeigen, wie ihre Vorschläge finanzierbar sind und welchen Beitrag sie zur Entwicklung der gesamten Stadt leisten.

Zusammenarbeit ist möglich – die politischen Grenzen bleiben beweglich

Pergs Gemeinderat ist trotz des Wettbewerbs handlungsfähig. Einstimmige Budget- und Projektbeschlüsse zeigen, dass die ÖVP Unterstützung über ihre Fraktion hinaus organisieren kann. Das ist eine günstige Voraussetzung für den Übergang.

Die Konfliktlinien wechseln allerdings nach Thema. Beim Antrag auf Abschaffung des dritten Vizebürgermeisters standen 2025 die FPÖ und fünf Grüne auf einer Seite. ÖVP, SPÖ und ein grüner Gemeinderat lehnten ihn ab. Daraus lässt sich kein dauerhaftes Bündnis ableiten.

Zusammenarbeit bei Sachentscheidungen ist außerdem nicht mit Unterstützung bei einer Bürgermeisterwahl gleichzusetzen. Eine Fraktion kann ein Projekt mittragen und gleichzeitig einen eigenen Bewerber gegen die ÖVP aufstellen.

Was sich für 2027 abzeichnet

Ein offenes ÖVP–FPÖ-Rennen um das Bürgermeisteramt bleibt plausibel. Die ÖVP besitzt die größere Gemeinderatsfraktion, eine breite Mannschaft und einen vorbereiteten Nachfolger. Die FPÖ verfügt über eine starke örtliche Basis und mit Köstinger über einen möglichen Bewerber, dessen persönliche Anschlussfähigkeit bereits belegt ist.

Ein klarer Favorit zeichnet sich aus den verfügbaren Grundlagen derzeit nicht ab. Gmeiners Sieg erscheint möglich, wenn er Vertrauen in die bisherige Stadtführung mit eigenständiger persönlicher Zustimmung verbinden kann. Ein freiheitlicher Erfolg ist angesichts des knappen Stichwahlergebnisses von 2021 und des veränderten politischen Umfelds ebenfalls plausibel.

Im Gemeinderat kann die ÖVP stärkste Fraktion bleiben und trotzdem weiter an Gewicht verlieren. Eine Rückkehr zur absoluten Mehrheit lässt sich aus dem derzeitigen Stand nicht herleiten. Ein ÖVP-Bürgermeister mit einer gestärkten FPÖ-Fraktion ist ebenso möglich wie ein Wechsel im Rathaus bei fortbestehender ÖVP-Fraktionsstärke.

SPÖ und Grüne bleiben relevant für den ersten Wahlgang, mögliche Stichwahlmehrheiten und die spätere Handlungsfähigkeit. Das wahrscheinlich entscheidende ÖVP–FPÖ-Verhältnis darf deshalb nicht mit einem bereits feststehenden Zweikampf verwechselt werden.

Politischer Befund

Pergs ÖVP geht mit einer belastbaren Mannschaft in den Übergang, verteidigt aber eine bereits geschwächte Position. Der FPÖ-Aufschwung erhöht den Druck auf den neuen Bewerber. Sichere Schulwege, die Weiterentwicklung des Shuttles, Bildungs- und Betreuungsvorhaben sowie finanzierbare Leistungen machen die Führungsfrage konkret. Pergs Entwicklung zur 10.000-Einwohner-Stadt verlangt eine erkennbare gemeinsame Richtung.

Für die ÖVP entscheidet sich 2027, ob aus einer geordneten Nachfolge eine neue persönliche Mehrheit entsteht. Gmeiner übernimmt die größte Fraktion, aber keinen sicheren Bürgermeistersessel. Ein offenes ÖVP–FPÖ-Rennen ist plausibel; ausschlaggebend wird, ob er über die bisherige Parteibindung hinaus Vertrauen gewinnt und Pergs Wachstum mit Lebensqualität, erreichbaren Angeboten und tragfähigen Finanzen verbinden kann.

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